StattChor

Wann

Rio Reiser 1987

(von Liedpatin Marianne)

Rio Reiser (1950 – 1996).
Seinen bürgerlichen Nachnamen, Möbius, tauschte er gegen den Namen der Hauptfigur
eines psychologischen Romans, Anton Reiser (von Karl Philipp Moritz), ein.
Von 1970 bis 1985 war er Sänger und Haupttexter der Band Ton Steine Scherben.
Danach Solokarriere.
Er war Musik-Autodidakt: Cello, Gitarre, Klavier (u.a.).
Rio Reiser war schwul. 1970 hatte er sein Coming-Out erst einmal nur im Freundeskreis,
in den 80‘er Jahren dann machte er seine Homosexualität öffentlich.
Der Musiker starb im August 1996 im Alter von 46 Jahren. Als Todesursache wurde ein
Speiseröhreproblem diagnostiziert. Sein Lebensgefährte Misha Schoeneberg machte
Reisers Alkoholkrankheit für dessen frühen Tod verantwortlich.
Der vielseitige Reiser hat neben seiner musikalischen Karriere als Theaterschriftsteller,
Filmmusikomponist und Songtexter für seine eigene Band und andere Künstler (u.a.
Marianne Rosenberg, Ulla Meinecke, Herbert Grönemeyer, Fettes Brot, Nena) auch als
Filmschauspieler gearbeitet.
Reisers Musikstil oszillierte zwischen Punk und Deutsch-Rock bis später zu einem
kommerziell-gefälligen Musikstil. Inhaltlich, also textlich, war und blieb er
gesellschaftskritisch, politisch im linken Flügel.

 

Der Song thematisiert die Verantwortung jedes Einzelnen für die Gesellschaft, aktiv zur
Verbesserung der Welt beizutragen. Der Sänger spricht eine Person an, die sich dieser
Verantwortung nicht bewusst ist, und zeigt ihr Beispiele dafür auf, wohin es führt, wenn sie ihre Augen verschließt.

Schon 1987 spricht er die heute brennenden Themen an.
Die Bilder von Natur und Veränderungen verdeutlichen die Auswirkungen von Untätigkeit und forderrn die Zuhörer dazu auf, über ihre eigene Rolle nachzudenken.

Der Wald wird zu einem steinernen Gesicht, und die Wiese verwandelt sich in eine Autobahn – diese Bilder zeigen die Zerstörung und die Notwendigkeit, die Schönheit der Natur zu bewahren.

Die wiederkehrenden Fragen im Refrain – 'Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier?
Wie, wenn ohne Liebe? Wer, wenn nicht wir?' – bilden einen leidenschaftlichen Appell. Sie unterstreichen die Dringlichkeit und die Notwendigkeit, jetzt zu handeln, anstatt zu warten.
Es ist ein Aufruf, nicht nur zuzusehen, wie die Dinge sich zum Schlechten entwickeln,
sondern aktiv Teil einer Lösung zu werden.

Gestaltung Chorvortrag (während der Probe entwickeln):

Refrain:
Appel, deutlich, eindringlich
mit Gestik unterstützen

Strophen:
je nach Text:
- Entsetzen
- Hilflosigkeit
- Schulterzucken

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