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Perlen des deutschen Liedgutes

  17.05.2009

„Stattchor” sang im Kom'ma-Theater für „die da unten” fast vergessene Weisen aus der klassischen Arbeiterkultur

Ein Loblied dem Reichtum des deutschsprachigen Liedgutes. Denn es birgt Schätze in Melodie und Geist, die leider in Vergessenheit zu geraten drohen. Es ist dem Duisburger „Stattchor” zu verdanken, dass diese Perlen immer wieder in die Öffentlichkeit getragen werden. Wie jetzt mit dem neuen Programm „Auf dem Lachs hockt 'ne Fliege” im Rheinhauser Kom'ma-Theater.

Das symbolische Motto musste den rund 120 Besuchern über 40 nicht großartig erklärt werden: Es geht um die gesellschaftliche Auseinandersetzung: Diejenigen, die den Lachs haben, wollen die Fliege, sprich, die anderen, nicht dranlassen. Also wird darum gekämpft.

Hierzulande meistens mit friedlichen Mitteln wie den Liedern des Stattchors, der vor über 23 Jahren aus anderen Singgemeinschaften wie „Tor-I-Chor” und „Fabrik-Chor” entstand und „denen da unten” aus dem Herzen singt. Dabei griffen die 38 Sänger und Sängerinnen auch im Kom'ma-Theater unter Leitung von Dirigentin Kerstin Gennet auf Klassiker des Genres zurück: Brecht, Weill, Eisler. Da wurde das „Hosianna Rockefeller” zum Spottlied: „Hilf' du dem Starken - und mach' sein' Missetat glücklich enden!”

Auch Gedanken von Matthias Claudius (1740 - 1815, „Kartoffelkantate”) bereicherten das Programm ebenso wie „Rum and Coca Cola” von den Andrew Sisters und Max Raabes „Rinderwahn”: „Wer weiß denn, wo die Rinder war'n, bevor sie unsern Mündern nah'n als Kotelett”.

Wunderbar auch die Beigabe eines Textes von Hanns Dieter Hüsch: In seinem „Das Letzte Lied” heißt es: „Es ist sehr viel zu lernen ... das Böse zu entfernen, den Frieden einzupflanzen ... von Tag zu Tag den Widerspruch vollbringen: Wir haben Angst und müssen mutig sein!” C.K.

 
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